Ukraine, Griechenland, Indien: Die Gebote fließen in Speicher, nicht in reines Solar
Drei Berichte vom 29. September aus drei sehr unterschiedlichen Märkten zeigen in dieselbe Richtung: Kapital, das früher reinen Solarprojekten folgte, verlangt jetzt nach Speicher.
Ukraine. Zwei Auktionen des staatlichen Abnehmers Guaranteed Buyer am 25. September endeten sehr unterschiedlich, laut vorläufigen Zahlen des ukrainischen Solarverbands, über die pv magazine berichtet. Ein 50-MW-Los für reine Solaranlagen mit Höchstpreis von 0,08 Euro je kWh erhielt drei Gebote von zwei Firmen über 38,99 MW, 78 % des Loses. Ein 100-MW-Los für Solar mit Speicher, Höchstpreis 0,12 Euro, erhielt 26 Gebote von 24 Firmen über 385,9 MW, fast das Vierfache, mit Geboten von 0,0597 bis 0,1145 Euro. Der Verband erklärt die niedrigeren Preise in der Hybridrunde mit deutlich stärkerem Wettbewerb. Die Ergebnisse sind vorläufig.
Griechenland. Auf einer Speicherkonferenz in Athen sagte der Solarverband HELAPCO, das Land könne bis 2030 8,6 GW Batterien installieren, Aurora Energy Research rechnet mit 4 bis 5 GW. Von 900 MW aus früheren geförderten Auktionen sind rund 400 MW am Netz, der Rest soll bis Ende 2026 laufen; der Großteil danach dürfte ohne Förderung oder gemeinsam mit Solaranlagen entstehen.
Indien. Crisil Ratings erwartet, dass in den Haushaltsjahren 2027 und 2028 45 bis 50 GWh Batteriekapazität in Betrieb gehen, nach rund 1 GWh Ende des Haushaltsjahres 2026. Projekte mit Speicher machten im Haushaltsjahr 2026 fast 40 % der ausgeschriebenen Leistung aus, nach rund 5 % in den beiden Jahren davor. Crisil sieht 8 bis 9 GWh wegen schwacher Renditen und unerfahrener Entwickler stärker verzögerungsgefährdet.

Was sie verbindet
In allen drei Fällen kommt das Signal von Leuten, die Geld einsetzen, nicht aus Zielvorgaben. Wo Solarstrom zur Mittagszeit das Netz ohnehin flutet, verkauft ein Modul ohne Batterie seinen Strom zur Stunde, in der er am wenigsten wert ist, und Bieter preisen das ein. Am deutlichsten ist das ukrainische Ergebnis: Ein höherer Preisdeckel für Hybridprojekte zog so viel Wettbewerb an, dass viele Hybridgebote unter dem Durchschnitt der reinen Solarrunde lagen. Die Warnung steckt in den indischen Zahlen: Eine schnelle Pipeline bringt auch Projekte hervor, die zu niedrig geboten haben, um gebaut zu werden.