Natrium-Ionen: nationaler Fahrplan in Korea und umstrittene CO2-Bilanz
Zwei Berichte vom 29. und 30. September stellen Natrium-Ionen-Batterien in den Mittelpunkt zweier verschiedener Debatten: Industriestrategie und CO2-Bilanz.
Korea setzt darauf, um in den Speichermarkt zurückzukehren. Südkoreas am 22. September vorgestellter Technologiefahrplan für Batterien sieht Natrium-Ionen-Zellen mit 160 Wh/kg bis 2027 und 220 Wh/kg bis 2030 vor, mit voller Marktreife 2030 und Energiespeichern sowie günstigeren E-Autos als Zielmärkten. Der Grund ist Marktanteil: Laut Internationaler Energieagentur macht Lithium-Eisenphosphat (LFP) rund 90 % der weltweiten Speicherinstallationen aus, dominiert von chinesischen Herstellern, während koreanische Hersteller auf nickelreiche Zellen für E-Autos setzten. Geplant sind ein Forschungsprogramm von rund 400 Milliarden Won für 2027 bis 2031, eine Produktionssteuergutschrift ab 2027 und Zusammenarbeit von LG Energy Solution, Samsung SDI und SK On bei nicht wettbewerbsrelevanten Spezifikationen. pv magazine merkt an, dass Natrium-Ionen heute noch teurer ist als LFP. Quelle: https://www.pv-magazine.com/2026/09/30/south-korea-marks-major-shift-to-sodium-ion-batteries-to-regain-market
Die CO2-Frage ist offen. Eine chinesische Ökobilanz auf Basis von Vor-Ort-Daten aus Fabriken im Gigawattstunden-Maßstab beziffert ein Natrium-Ionen-Pack mit Schichtoxid-Kathode auf 56,8 kg CO2-Äquivalent je kWh, 24,9 % unter den 75,5 kg eines LFP-Packs; in beiden Fällen stammen die Emissionen vor allem aus dem Strom für die Fertigung in einem kohlelastigen Netz. Eine Studie von Fraunhofer und RWTH Aachen aus dem Jahr 2025, ebenfalls mit Fabrikdaten, fand für Zellen das Gegenteil: 75 bis 87 kg für Natrium-Ionen gegen 59 bis 70 kg für LFP. Beide maßen Verschiedenes, Packs gegenüber Zellen, und beide enden am Werkstor, berücksichtigen also nicht, wie viele Zyklen eine Batterie liefert. Quelle: https://www.pv-magazine.com/2026/09/29/sodium-ion-packs-25-less-carbon-intensive-than-lfp-say-researchers

Was sie verbindet
Natrium-Ionen wird wegen Lieferkette und Kostenaussichten gefördert, nicht weil es schon günstiger oder nachweislich sauberer ist. Für Speicherkäufer ist die nützliche Frage enger als beide Berichte: was ein Natrium-Ionen-System je über die Lebensdauer gelieferter kWh kostet, im Netz, in dem es gefertigt wird. Solange das niemand an kommerziellen Produkten misst, sind das nationale Ziel und die CO2-Aussagen beides Prognosen.