Zwei Stunden, 5,6 Mio. A$: Was eine Preisspitze in NSW über Batterien zeigt
Rund zwei Stunden lang verhielten sich am Nachmittag des 12. Oktober 2026 die Großhandelspreise in New South Wales so, wie es Investitionsrechnungen für Batteriespeicher gelegentlich unterstellen. Nach Zahlen von Franz David Schaefer, Analytics-Spezialist beim Versorger EnergyAustralia, über die Energy-Storage.news berichtete, lag der Preis zwischen 14:10 und 16:05 Uhr im Schnitt bei 7.415 A$/MWh, sprang von einem Abrechnungsintervall zum nächsten zwischen etwa 700 und 23.000 A$/MWh und erreichte in der Spitze 23.107 A$/MWh – knapp unter der von der AEMC für 2026/27 festgelegten Preisobergrenze von 23.200 A$/MWh. Das unabhängige Dashboard NEMPulse stufte das Ereignis als „extrem“ ein; WattClarity führte die Spitzen auf sprunghafte Nachfrageanstiege in NSW von fast 500 MW in einem einzigen Intervall zurück.
Was die Flotte verdiente. Die Batterien in NSW nahmen in diesen zwei Stunden geschätzt 5,63 Mio. A$ ein, rund 47.000 A$ pro Minute. Zum Vergleich nennt Schaefer 9,1 Mio. A$ für die gesamte Batterieflotte des NEM in der ganzen Vorwoche und 2,42 Mio. A$ für Victorias besten Einzeltag im dritten Quartal.
Wer verdiente. Die Verteilung war ungleich. Vorn lag ACEN Australias New England BESS mit rund 1,82 Mio. A$ aus zwei Blöcken; der erste entlud von 96 auf 45,1 Prozent Ladestand und brachte 1,21 Mio. A$. Es folgten die kürzlich in Betrieb genommene Waratah Super Battery mit etwa 995.000 A$, Block 1 von Eraring (935.000 A$) und Akayshas Orana (866.000 A$). Eraring-Block 2, noch in der Inbetriebnahme, steuerte aus nur 7 Prozent Ladestand 117.000 A$ bei.

Aufschlussreicher ist, wer nicht verdiente. Von 17 Batterien in NSW in den Daten entluden zehn, eine lud und sechs standen still, eine siebte war außer Betrieb. Zu den stillstehenden gehörte die Liddell BESS mit 95,3 Prozent Ladestand und 497 MW Verfügbarkeit, aber 104,2 MW in der Frequenzhaltung (FCAS) gebunden. Wallgrove lud während der Spitze und kam mit 64,5 MW in FCAS dennoch auf rund 202.000 A$. Schaefer selbst formuliert vorsichtig: Einiges davon seien Verträge oder Netzverpflichtungen, „aber wahrscheinlich nicht alles“.
Was daraus folgt. Ein einzelnes Ereignis ist keine Erlösprognose, und die Zahlen sind die Schätzung eines Analysten, keine Abrechnungsdaten. Es zeigt aber zwei Dinge, die Durchschnitte verdecken. Erstens kann ein großer Teil des Jahres einer Batterie am Markt davon abhängen, in wenigen Intervallen geladen und verfügbar zu sein. Zweitens heißt verfügbar nicht eingesetzt: Verträge, FCAS-Bindungen und Netzpflichten entscheiden, wie viel einer vollen Batterie tatsächlich auf eine Preisspitze trifft – und am 12. Oktober war das der Unterschied zwischen Platz eins und null Einnahmen.
Quelle: Energy-Storage.news, „New South Wales BESS earn nearly AU$6 million as two-hour 'extreme' price event sweeps Australia's energy market“ — https://www.energy-storage.news/new-south-wales-bess-earn-nearly-au6-million-as-two-hour-extreme-price-event-s